Neues Buch zum Todesmarsch entlang der Chaussee

 

Dietlind Kautzky/Thomas Käpernick (Hrsg.)

»Mein Schicksal ist nur eins von Abertausenden«

Der Todesmarsch von Hamburg nach Kiel 1945
Neun Biografien

200 Seiten | Hardcover | Fotos | April 2020 | im Warenkorb vorbestellen | EUR 19.80
ISBN 978-3-96488-064-2

 

 

Kurztext: In diesem Buch werden neun Lebenswege von Menschen dargestellt, die in der NS-Zeit verschiedenen Opfergruppen angehörten und die im Frühjahr 1945 den Todesmarsch von Hamburg nach Kiel mitmachen mussten.

 

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges ließ die Hamburger Gestapo das Polizeigefängnis Kola-Fu räumen. Ab dem 12. April 1945 wurden etwa 800 Gefangene in mehreren Gruppen von ungefähr 100 bis 200 Häftlingen in viertägigen Fußmärschen, großenteils barfuß und kaum mit Wasser und den nötigsten Lebensmitteln versorgt, zu dem mehr als 80 Kilometer entfernten »Arbeitserziehungslager Nordmark« im Kieler Stadtteil Hassee getrieben.

Mehrere Häftlinge wurden unterwegs erschossen, weitere starben nach der Ankunft in Kiel aufgrund der Strapazen und der Unterversorgung während der Haft und des Weges.

Nach einem Überblick über die Geschichte dieses Todesmarsches dokumentieren die Autor*innen Schicksale von nach Riga deportierten Juden und Jüdinnen sowie von politischen Häftlingen und von weiteren Menschen, die auf unterschiedliche Weise von den Nazis als nicht konform angesehen und daher verfolgt wurden.


Die Herausgeber*innen:
Dietlind Kautzky und Thomas Käpernick engagieren sich in einer Biografiengruppe, die Lebensläufe von Todesmarschteilnehmern dokumentiert.

Die Beiträge sind von verschiedenen Autor*innen erstellt worden, die sich intensiv mit der Verfolgungs- und Familiengeschichte der Opfer beschäftigt haben. Ein Antrieb für das Projekt ist die Frage, »was uns diese Geschichten heute sagen und wie wir in unserer Welt die Menschenrechte besser schützen können«.

Der Todesmarsch von Hamburg nach Kiel

Im April 2020 jährt sich der Todesmarsch vom Gefängnis Fuhlsbüttel in Hamburg zum „Arbeitserziehungslager Nordmark“ am Rande Kiels zum 75. Mal.

Annähernd 800 Häftlinge wurden zu Fuß von Hamburg nach Kiel getrieben, bis heute sind davon rund 200 Personen namentlich identifiziert. Darunter waren neun Häftlinge, die von der SS erschossen wurden, weil sie nicht weitermarschieren konnten.

Mit einer Gedenkveranstaltung um 11.00 Uhr am Ort des früheren „Arbeitserziehungslagers Nordmark“ wird an den Todesmarsch erinnert. Um 15.00 Uhr wird zur Aufführung des Oratoriums „Anne! Damit wir klug werden. Das kurze Leben der Anne Frank“ in die St. Nikolai-Kirche Kiel eingeladen. An dem erstmalig 2015 aufgeführten Oratorium sind über 100 Orchestermusiker/-innen sowie Chorsänger/-innen beteiligt. Zitate aus dem Tagebuch der Anne Frank wechseln sich mit der Verlesung von Augenzeugenberichten und Musik ab. 

Beide Veranstaltungen sind eine Kooperation der „Biographiengruppe Todesmarsch Hamburg – Kiel April 1945“, dem Arbeitskreis zur Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein (AKENS), dem Schleswig-Holsteinischen Heimatbund und dem Landesbeauftragten für Politische Bildung.

 

Sonntag, 19. April 2020 - Die Veranstaltung muss leider auf Grund der allgemeinen Gesundheitslage abgesagt werden
11.00 Uhr
Gedenkort „Arbeitserziehungslager Nordmark“
Rendsburger Landstraße
24111 Kiel

15.00 Uhr
St. Nikolai-Kirche Kiel
Alter Markt
24103 Kiel

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Schleswig-Holsteinischer Heimatbund e.V.