Der Todesmarsch von Hamburg nach Kiel

Im April 2020 jährte sich der Todesmarsch vom Gefängnis Fuhlsbüttel in Hamburg zum „Arbeitserziehungslager Nordmark“ am Rande Kiels zum 75. Mal.

Annähernd 800 Häftlinge wurden zu Fuß von Hamburg nach Kiel getrieben, bis heute sind davon rund 200 Personen namentlich identifiziert. Darunter waren neun Häftlinge, die von der SS erschossen wurden, weil sie nicht weitermarschieren konnten.

Mit einer Gedenkveranstaltung um 11.00 Uhr am Ort des früheren „Arbeitserziehungslagers Nordmark“ wird an den Todesmarsch erinnert. Um 15.00 Uhr wird zur Aufführung des Oratoriums „Anne! Damit wir klug werden. Das kurze Leben der Anne Frank“ in die Winkelscheune des Freilichtmuseums Molfsee eingeladen. Zitate aus dem Tagebuch der Anne Frank wechseln sich mit der Verlesung von Augenzeugenberichten und Musik ab. 

Veranstalter ist die „Biographiengruppe Todesmarsch Hamburg – Kiel April 1945“ in Kooperation mit dem Arbeitskreis zur Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein (AKENS), dem Schleswig-Holsteinischen Heimatbund und dem Landesbeauftragten für Politische Bildung.

 

Sonntag, 12. September 2021

 

11 Uhr Gedenkort „AEL Nordmark“, Kiel-Russee

Gedenkansprache Karin Prien, Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein

Beiträge von Nachkommen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Todesmarsches

Verlesung aller uns bekannten 250 Namen der zum Marsch Gezwungenen

 

15 Uhr Winkelscheune des Freilichtmuseums Molfsee

Das Oratorium „Anne! Damit wir klug werden. Das kurze Leben der Anne Frank“ von Marita und Reinhard Grimm 

 

Mit finanzieller Unterstützung des Amts für Kultur und Weiterbildung der Landeshauptstadt Kiel, der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten, des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, des Bezirksamtes Altona, der Brunswiker Stiftung und der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein.

 

Die Veranstaltung findet mit einem Hygienekonzept (Kontaktdatenerhebung, Abstand, Mund-Nasen-Schutz) statt. Wir bitten um eine Anmeldung über: Thomas Käpernick (tk@kz-kaltenkirchen.de) oder – für die Gedenkveranstaltung um 11.00 Uhr – über das Anmeldeformular

Neues Buch zum Todesmarsch entlang der Chaussee

 

Dietlind Kautzky/Thomas Käpernick (Hrsg.)

»Mein Schicksal ist nur eins von Abertausenden«

Der Todesmarsch von Hamburg nach Kiel 1945
Neun Biografien

200 Seiten | Hardcover | Fotos | April 2020 | im Warenkorb vorbestellen | EUR 19.80
ISBN 978-3-96488-064-2

 

 

Kurztext: In diesem Buch werden neun Lebenswege von Menschen dargestellt, die in der NS-Zeit verschiedenen Opfergruppen angehörten und die im Frühjahr 1945 den Todesmarsch von Hamburg nach Kiel mitmachen mussten.

 

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges ließ die Hamburger Gestapo das Polizeigefängnis Kola-Fu räumen. Ab dem 12. April 1945 wurden etwa 800 Gefangene in mehreren Gruppen von ungefähr 100 bis 200 Häftlingen in viertägigen Fußmärschen, großenteils barfuß und kaum mit Wasser und den nötigsten Lebensmitteln versorgt, zu dem mehr als 80 Kilometer entfernten »Arbeitserziehungslager Nordmark« im Kieler Stadtteil Hassee getrieben.

Mehrere Häftlinge wurden unterwegs erschossen, weitere starben nach der Ankunft in Kiel aufgrund der Strapazen und der Unterversorgung während der Haft und des Weges.

Nach einem Überblick über die Geschichte dieses Todesmarsches dokumentieren die Autor*innen Schicksale von nach Riga deportierten Juden und Jüdinnen sowie von politischen Häftlingen und von weiteren Menschen, die auf unterschiedliche Weise von den Nazis als nicht konform angesehen und daher verfolgt wurden.

 

Das Buch ist im März 2021 auch in Englisch erschienen, um auch den Angehörigen der Marschteilnehmer*innen in anderen Ländern die Möglichkeit zu geben, es zu lesen.

Die Herausgeber*innen:
Dietlind Kautzky und Thomas Käpernick engagieren sich in einer Biografiengruppe, die Lebensläufe von Todesmarschteilnehmern dokumentiert.

Die Beiträge sind von verschiedenen Autor*innen erstellt worden, die sich intensiv mit der Verfolgungs- und Familiengeschichte der Opfer beschäftigt haben. Ein Antrieb für das Projekt ist die Frage, »was uns diese Geschichten heute sagen und wie wir in unserer Welt die Menschenrechte besser schützen können«.

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