Enthüllung einer Gedenktafel in Kisdorf-Feld 

Am 13. Juni 2019 wurde in Kisdorf-Feld eine Gedenktafel für Josef Tichy aufgestellt.

 

Die Biographiengruppe „Todesmarsch Hamburg - Kiel 1945“ hat es sich zur Aufgabe gemacht die Lebensgeschichten der Marschteilnehmer des Todesmarsches zu recherchieren. Im April 1945 wurden ca. 800 Gefangene von SS-Mannschaften aus dem Gestapogefängnis „Kolafu“ in Hamburg-Fuhlsbüttel in das „Arbeitserziehungslager Nordmark“ in Kiel-Hassee getrieben. Mindestens neun Häftlinge wurden ermordet.

 

Im Zuge dessen, ist es der Gruppe gelungen viele Details über den Tschechen Josef Tichy zu erarbeiten und an sein Schicksal zu erinnern.

 

Auf dem Marsch wurde in Kisdorf-Feld am 12. April 1945 der tschechische Gefangene Joseph Tichy erschossen. Eine Zeitzeugin berichtete, dass der Tote mit Fußtritten in den Straßengraben getreten wurde. Die Täter wurden nicht belangt. Der Tote ist auf dem Friedhof Kaltenkirchen beigesetzt.

 

Am Vormittag erarbeiteten Schüler der Kisdorfer Schule gemeinsam mit Vertretern der Biographiengruppe Informationen zu Joseph Tichy. Am Nachmittag wurde in einer Zeremonie die Tafel für den Verstorbenen enthüllt. Die Einweihung wurde von einer Arbeitsgruppe organisiert, zu der neben Vertretern der Biographiengruppe der Kisdorfer um Marlene und Hans-Jürgen Hroch, Klaus Huber und Hans Ellger aus Kisdorf gehörten. Auch hier waren Schüler anwesend, die ihre erarbeiteten Informationen auf Plakaten präsentierten. Der Bürgermeister Wolfgang Stolze sowie Dr. Ute Löding-Schwerdtfeger, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes, hielten ein Grußwort, Frauke Greuel von der Biographiengruppe berichtete über das Leben Joseph Tichys. Im Anschluss sprach Fred Zimmak, der Sohn eines Überlebenden. Er machte deutlich, „die Zeiten damals sind so schlimm, von so viel Hass, Gewalt und Willkür geprägt, dass man sich immer erinnern muss“.

 

Im Anschluss trafen sich die Teilnehmenden im Gemeindehaus der Kirche, um bei Kaffee und Kuchen weitere spannende und ergebnisreiche Gespräche zu führen. Es war eine gelungene Veranstaltung und ein wichtiger Schritt in der Erinnerungsarbeit.

Enthüllung einer Gedenktafel

Enthüllung einer Gedenktafel in Kisdorf-Feld,
am Donnerstag, d. 13. Juni 2019, um 16 Uhr,
am Ende des Kistlohweges neben der KFZ-Werkstatt Braasch

 

Der Todesmarsch aus dem Polizeigefängnis Hamburg-Fuhlsbüttel (Kola-Fu) ins Arbeitserziehungslager Nordmark in Kiel-Hassee vor 74 Jahren ist immer noch ein dunkles Kapitel deutscher und schleswig-holsteinischer Geschichte.

 

Mitten durch die Ortschaften und auf den Landstraßen Schleswig-Holsteins wurden wenige Tage vor Ende des 2. Weltkrieges vom 12. – 15. April 1945 ca. 800 Häftlinge von SS-Leuten von Hamburg nach Kiel getrieben. Die Inhaftierten, Juden, Oppositionelle, sogenannte Asoziale und andere, sollten nicht den heranrückenden Alliierten als Zeugen in die Hände fallen. Auf dem Marsch von einem Ort des Grauens zum anderen sind mehrere Häftlinge vor Hunger und Erschöpfung zusammengebrochen und von SS-Leuten erschossen worden.

 

Die Biografiegruppe „Todesmarsch Hamburg - Kiel 1945“ hat inzwischen die Namen, Geburtsdaten und die Herkunft von über einem Viertel der 800 Marschteilnehmer*innen herausgefunden und Kontakte zu Überlebenden und ihren Nachfahren geknüpft.

 

Der Schleswig-Holsteinische Heimatbund hat sich vorgenommen, gemeinsam mit Kommunen, Archiven und Schulen, Gedenktafeln an den Orten aufzustellen, an denen Marschteilnehmer ermordet wurden. Nach der Aufstellung von Tafeln in Bad Bramstedt, Neumünster-Einfeld, Neumünster-Wittorferfeld und Kaltenkirchen soll nun auch in Kisdorf-Feld eine Gedenktafel errichtet werden.

 

In Kisdorf-Feld wurde am 12.4. 1945 der tschechische Gefangene Josef Tichy erschossen und im Straßengraben verscharrt. Auf Anordnung der britischen Besatzung in Kisdorf musste er später wieder ausgegraben und auf dem Kaltenkirchener Friedhof beerdigt werden. Dort ist heute noch sein Grabstein zu finden.

 

Die Biografiegruppe hat erst kürzlich viele Details aus Prager Archiven über sein Leben, die tragische Verurteilung und seine Haftaufenthalte erfahren.

Baumpflanzung zum Schleswig-Holstein-Tag 2008 in Neumünster mit Ministerpräsident Carstensen und Oberbürgermeister Unterlehberg (Foto: H. Kautzky)

 

Die rund 92 Kilometer lange Chaussee wurde in den Jahren von 1830 bis 1832 im Auftrage des dänischen Königs und Herzogs von Schleswig und Holstein Frederik VI gebaut.

Mit dem Bauvorhaben begann der moderne Chausseebau in Schleswig-Holstein. Es verkürzte nicht nur die Reisezeit von Altona nach Kiel von vormals 24 auf nunmehr 10 Stunden und schaffte die Grundlage für einen leistungsfähigen Warenaustausch und Personentransport ohne den eine moderne industrielle Produktion nicht möglich ist. 

 

Ein Netzwerk aus Vertretern von Anliegergemeinden, Landesbehörden, dem Landesnaturschutzbeauftragten und engagierten Einzelpersonen sowie dem SHHBs

hat die Chaussee Altona-Kiel als bedeutende Infrastruktureinrichtung des 19. Jahrhunderts erkannt und bemüht sich darum, die Bedeutsamkeit dieser ersten Kunststraße Schleswig-Holsteins und ihrer Allee wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.

 

 

 

Ziel ist es wo immer möglich

  • die historische Allee an der Chaussee zu erhalten oder wiederherzustellen,
  • historische Objekte wie Meilensteine, Brücken, Chausseehäuser zu präsentieren und
  • die Geschichte der Chaussee im Wandel der Zeit bekannt zu machen.

 

Der SHHB möchte dazu unter anderem durch eine einheitliche Beschilderung historisch interessanter Orte und Gebäude, Ausstellungen, Vorträge und Führungen entlang der Strecke sowie durch diesen Internetauftritt beitragen.

Schwerpunkt unserer Aktivitäten bleiben die Bemühungen zur Wiederherstellung der historischen Allee. Der SHHB ist sich dabei der Notwendigkeit des Wandels und der Anpassung dieser wichtigen Straßenverbindung an moderne verkehrstechnische Anforderungen bewusst.

Im Sommer 2008 fand der Schleswig-Holstein-Tag auf dem "Großflecken", dem alten Marktplatz von Neumünster statt. Was lag näher, als die historische Chaussee Altona-Kiel, die diesen Platz quert, zum gemeinsamen Thema von Schleswig-Holsteinischem Heimatbund (SHHB), Stadt Neumünster und schleswig-holsteinischer Landesstraßenbauverwaltung zu machen. Seither wurden entlang der Chaussee mehr als eintausend Alleebäume gepflanzt.

 

Pflanzung des 1000sten Baumes seit 2008 mit Verkehrsminister Reinhold Meyer, Bürgermeister Thiede (Bordesholm), Dr. Ralf Stegner (MdL) am 24. März 2014 (Foto: D. Reese)

 

 

 

 

Am 24. März 2014 wurde vom schleswig-holsteinischen Verkehrsminister Reinhold Meyer, dem bordesholmer Bürgermeister Helmut Thiede, dem SPD-Fraktionsvorsitzenden im schleswig-holsteinischen Landtag Dr. Ralf Stegner, sowie dem Präsidenten des SHHB Dr. Jörn Biel in Bordesholm der 1000ste Alleebaum seit dem Schleswig-Holstein-Tag 2008 gepflanzt, weitere sind danach gefolgt.

Baumpflanzung mit Minister Habeck, Senator Kerstan in Bönningstedt am 2. November 2015 (Foto: J.-U. Schadendorff)

 

 

 

 

 

 

 

Am 2. November 2015 pflanzten der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck und der hamburgische Umweltsenator Jens Kerstan zusammen mit dem Präsidenten des SHHB, Herrn Dr. Jörn Biel in einer die Landesgrenzen überschreitenden Pflanzaktion in Bönningstedt und Hamburg-Schnelsen an der Chaussee vier Kaiserlinden.

Das Projekt wird untertsützt durch:

 

die BINGO-Projektförderung,

die Mathias Tantau Stiftung,

das Bezirksamt Eimsbüttel Hamburg,

das Bezirksamt Altona Hamburg,

die Aktivregion Holsteiner Auenland,

die Förde Sparkasse,

die Brunswiker Stiftung.

 

Ansprechpartnerin beim SHHB: Annika Krümmel, Tel 0431 98 384-17, a.kruemmel@heimatbund.de

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